Der deutsche Export

Export

Der deutsche Export befindet sich auf einem Rekordhoch. Bereits im November 2013 haben die deutschen Exporte die Billionen-Euro-Marke überschritten. Laut statistischem Bundesamt wurden von Januar bis November 2013 Waren im Wert von 1,012 Billionen Euro ins Ausland verkauft. Ist das eine gute oder schlechte Entwicklung? Darüber scheiden sich die Expertenmeinungen. Für den Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, ist die Überschreitung der Marke ein „sehr gutes Zeichen“.  Er sieht Deutschland in einem Exportaufschwung, der „zäh, aber stabil“ sei. Für ihn ist klar: es ist keine extreme Entwicklung zu erwarten. Negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Euroraumes und der Weltwirtschaft sieht er nicht.

Genau diese befürchten aber EU-Kommission und US-Finanzministerium: sie meinen, der deutsche Export-Überschuss (260 Milliarden Dollar) gefährde die Stabilität der Wirtschaft. Ihre Forderung: die Binnenwirtschaft zu stärken.

Wir nehmen diese Entwicklung zum Anlass, unseren Fokus auf die aktuelle Situation des deutschen Außenhandels zu legen: Stärken und Schwächen, Zahlen, Exportgüter…

Grundlageninformation zur deutschen Außenwirtschaft

  • Im Jahr 2013 gingen 55% der deutschen Exporte an die Europäische Union, 70 % nach Europa.
  • Die stärksten Exportbranchen waren Maschinenbau, Umwelttechnik und Gesundheitswirtschaft.
  • Fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ist abhängig vom Export.
  • Seit 1952 exportierte Deutschland jedes Jahr mehr Waren als es importierte.
  • Deutschland hat im Jahr 2012 seinen Platz als weltweit drittgrößter Exporteur nach China und den USA behaupten können.

In welche Länder exportiert Deutschland?

Der deutsche Außenhandel weist eine relativ starke Konzentration auf wenige Partnerländer auf. So wurden 75 % der deutschen Exporte im Jahr 2011 mit nur 17 Partnerländern gehandelt.

Ausfuhr nach Regionen:

  • Europa: 69%
  • Asien: 16,3%
  • Amerika: 11,7%
  • Afrika: 2%
  • Australien / Ozeanien: 1%

Rangfolge der wichtigsten Handelspartner in 2012:

Die deutschen Unternehmen sind sehr stark auf den „Entwicklungsmärkten“ (v.a. Afrika) unterwegs, wohingegen der Außenhandel mit Europa unter den Finanzierungsproblemen vieler Mitgliedsstaaten leidet.

Welche Güter werden exportiert ?

50 % der Exporte entfielen im Jahr 2011 auf die 4 größten Warengruppen. Im Jahr 2012 hatten folgende Güter die größten Ausfuhranteile:

  • Kraftwagen und Kraftwagenteile (17,3 %)
  • Maschinen (14,9 %)
  • chemische Erzeugnisse (9,5 %)
  • Datenverarbeitungsgeräte / elektronische Erzeugnisse (7,8 %)

Konzentration des Handels in der EU auf wenige Unternehmen

Der Außenhandel mit den anderen Staaten der Europäischen Union

wird von wenigen deutschen Unternehmen dominiert. Für 75 % der gehandelten Werte sind nur 2.550 Exporteure (1,0 % aller in die EU exportierenden Unternehmen zuständig.

Schwierigkeiten und positive Entwicklungen im deutschen Außenhandel

Laut IHK nehmen die Handelshemmnisse im internationalen Handel weiter zu, während sich die Ausfuhrbestimmungen in Deutschland entspannen. (Außenwirtschaftsreport der deutschen Industrie- und Handelskammern).

Chefvolkswirt von HSBC Trinkaus, Stefan Schilbe erwähnt einen weiteren positiven Trend: "Die Handelspartner profitieren von der Erholung in Deutschland, sie liefern mehr Vorleistungsgüter wie Stahl oder Bauteile für Maschinen nach Deutschland, die hier weiter veredelt werden".

Risiken:

  • mögliche Zahlungsunfähigkeit des Handelspartners
  • instabile politische Situation im Zielland
  • unzureichende Informationen
  • fehlende Handelspartner und Mittler
  • Zölle
  • Sprachbarrieren
  • Gesetzliche Regelungen
  • Logistikkosten

Nutzen:

  • Steigerung des Bruttosozialproduktes (etwa 75 % des dt. Bruttosozialproduktes entfällt auf Einnahmen aus dem Export)
  • Handelsbilanzüberschuss: 188 Mrd. € (2012)
  • positive Leistungsbilanz: 186 Mrd. € (2012)

Daten siehe: Statistisches Bundesamt

Wenn Sie mehr über den deutschen Außenhandel wissen möchten:

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Datum der Veröffentlichung: Montag, 17 Februar, 2014

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