Gesundheit im Ausland: reine Frauensache?

Für Gesundheitsfragen im Ausland fühlen sich oft die Frauen zuständig.
Hier einige einfache Tipps, die für den Erfolg eines Auslandsaufenthalts entscheidend sein können.

Notwendige Vorbereitungen vor der Abreise

Frauen sind besser für Gesundheitsfragen sensibilisiert und im Allgemeinen die ersten, die sich Sorgen machen. Damit haben sie absolut recht!

Der andere Lebensrhythmus (Klima, Verschiebung der Jahreszeiten, Stress, Übermüdung bei Ankunft, Anpassungsschwierigkeiten...) und die Unterschiede zwischen den Gesundheitssystemen im Heimat- und Gastland verlangen nach Maßnahmen, die sicher greifen.

Diese beginnen mit einer präzisen Diagnose des Gesundheitszustands der Familie. Bei einem gründlichen Gesundheits-Check-up werden viele medizinische Daten zusammengetragen, die sich im Ausland als sehr wertvoll erweisen können, und eine Abreise ohne Zahn- oder Brillenprobleme, die in Frankreich einfach zu lösen sind, ist einer komplizierten und kostspieligen Aktion im Ausland allemal vorzuziehen.

Darüber hinaus sollte man sich unbedingt über die Kosten und die Zugangsmöglichkeiten zu medizinischen Leistungen vor Ort sowie über das vorhandene Sozialversicherungssystem informieren.

Mit Schicksalsschlägen gut fertigwerden

Der Zugriff auf umfangreiche Assistanceleistungen, wie beispielsweise eine vorzeitige Heimreise im Todesfall eines Angehörigen, die Übermittlung und der Versand eiliger Arzneimittel oder die Übernahme der Kosten für einen Besuch eines Angehörigen im Fall eines Krankenhausaufenthalts vor Ort (wenn Sie als Expat allein im Ausland sind…), ist unverzichtbar.

Gleiches gilt für den Abschluss solider Vorsorgeleistungen (z. B. Kapitalzahlung im Todes- oder Invaliditätsfall oder von Tagegeldern bei Krankschreibung) für alle Paare, und wenn Kinder mitreisen, um so mehr.

Bei ernsten Gesundheitsproblemen erfolgt kein Krankenrücktransport nach Frankreich, wenn der Gesundheitszustand des Patienten dies nicht erlaubt. Aus diesem Grund sollte eine Krankenhauseinweisung vor Ort ohne Kostenvorschuss möglich sein, sowie eine prozentuale Erstattung der tatsächlichen Kosten vereinbart werden. Ein Krankenhaustag auf der Intensivstation kann nämlich in Nordamerika, Asien oder Südafrika leicht mit 7.500 € zu Buche schlagen...

Auch wenn diese Risken von der französischen Sozialversicherung oder der CFE übernommen werden, so erfolgt die Kostenerstattung doch nur teilweise und auf der Basis der französischen Sätze. Aus diesem Grund ist es absolut empfehlenswert, eine CFE-/Sozialversicherungs-Zusatzversicherung oder eine Versicherung ab dem 1. Euro abzuschließen, die auch ohne Basis-Versicherungsschutz leistet.

Gesundheitsmanagement im Alltag

Die Kosten gängiger Heilbehandlungen sollten in Ländern mit hohen Arztkosten zu einem bestimmten Prozentsatz der tatsächlichen Kosten, ohne Selbstbehalt und mit ausreichenden Erstattungshöchstgrenzen versichert sein. Achtung, überprüfen Sie die angebotenen Erstattungshöchstgrenzen!

Frauen, die den Wunsch haben, eine Familie zu gründen, sollten unbedingt für eine eventuelle Mutterschaft vorsorgen, deren Kosten im Ausland sehr hoch sein können (7.500 bis 10.000 € für eine Entbindung ohne Komplikationen in den USA bzw. Südamerika). Eine nachträgliche Versicherung der Mutterschaft, wenn die Empfängnis nach dem Abschluss der Krankenversicherung erfolgt, ist nämlich nicht mehr möglich.

Bei einigen Verträgen können die in Frankreich wegen ihrer Ausbildung zurückgebliebenen Kinder mit demselben Vertrag wie die Eltern im Ausland versichert werden.

Datum der Veröffentlichung: Freitag, 11 Mai, 2012

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