Im Ausland arbeiten: Anca aus Rumänien berichtet über Japan

in Japan leben

Anca ist an das Expat-Leben gewöhnt. Zunächst hatte sie ihr Heimatland Rumänien verlassen, um sich in Frankreich niederzulassen. Dann hat sie sich entschieden, am internationalen Freiwilligenprogramm von UBIFRANCE, der französischen Agentur für Außenhandel, teilzunehmen und verbrachte anderthalb Jahre in Japan. Obwohl sie es anfänglich schwierig fand, sich der ungewohnten Kultur anzupassen, findet sie die Erfahrungen, die sie in Tokyo gemacht hat, extrem bereichernd. Mittlerweile ist sie zurück in Frankreich, aber wahrscheinlich nicht für sehr lange...
 

Du hast am internationalen Freiwilligenprogramm mit Japan teilgenommen. Was genau hast du dort gemacht und was hast du aus dieser Erfahrung gelernt?

Ich habe eine Stelle in einer mittelständischen Investmentbank bekommen, die zu diesem Zeitpunkt gerade dabei war, nicht nur in Japan, sondern im ganzen asiatischen Raum zu expandieren. Ich war dafür verantwortlich, die Aktivitäten des lokalen Vertriebes (hauptsächlich japanische Kollegen) und dem Operations Team in Paris für ein bestimmtes Produktsortiment, das sich an institutionelle Investoren richtet, zu koordinieren.

Obwohl ich nur 18 Monate dort war, war es eine unglaublich bereichernde Erfahrung: sowohl beruflich, durch die Herausforderungen, denen ich mich stellen musste, als auch kulturell, da ich mich auf ein Arbeitsumfeld einstellen musste, das komplett anders war als das, was ich gewohnt bin, und auch persönlich, weil ich viele neue Fähigkeiten entdeckt und entwickelt habe.

Anca in Japan

Warum hast du dich dann dafür entschieden, nach Frankreich zurückzukehren?

Zum Ende hin, als mein Vertrag in Japan auslief, war mein Job nicht länger "business as usual", denn unter dem Einfluss der Finanzkrise von 2008 konnte meine Abteilung in Tokyo nicht länger gehalten werden. Aufgrund dieser unsicheren Voraussetzungen zog ich es vor, nach Frankreich zurückzukehren und dort wieder meinen alten Job aufzunehmen.


Hattest du Schwierigkeiten, dich in deinem Gastland einzugewöhnen?

Anfängliche Schwierigkeiten sind meiner Meinung unumgänglich, wenn man sich in einem neuen Land einlebt. Was mich betrifft: ich hatte eine richtig schwierige Zeit während meiner ersten drei Monate in Japan. Abgesehen von der Sprachbarriere hat es eine Weile gedauert, bis ich mich etwas mit den Gewohnheiten und Traditionen auskannte und wusste, was von mir in einem bestimmten Umfeld erwartet wird. Nach einer Weile wurde ich dann viel entspannter und wenn ich jetzt so zurückblicke würde ich sagen, dass es mir sogar besser gelungen ist, mich in die japanische Gesellschaft einzufügen, als es mir in manchen europäischen Ländern gelungen ist.
 

Wie oft fährst du in deine Heimat Rumänien?

Egal, wo ich gerade bin, ich versuche, zumindest ein oder zweimal im Jahr nach Hause zu fahren. Gewöhnlich zu wichtigen Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten.


Wo möchtest du in Zukunft leben?

Ich kann gar nicht sagen, dass ich den richtigen Platz schon gefunden habe, an dem ich mich länger niederlassen würde. Die Welt ist voller Möglichkeiten und ich habe vor, so viele Kontinente und Länder kennenzulernen wie möglich, solange ich immer noch beruflich und persönlich flexibel genug dazu bin.

 

Datum der Veröffentlichung: Dienstag, 21 April, 2015

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