Krankenversicherung: die neuen Erwartungen der Expats

Die Anzahl der Expats steigt jedes Jahr um 3 bis 4 %, darüber hinaus ändert sich ihre Zusammensetzung.
Da immer mehr Frauen und Jugendliche ins Ausland gehen und sich dadurch die Gruppe der Expats stärker diversifiziert, entstehen logischerweise auch neue Bedürfnisse auf dem Gebiet der Krankenversicherung.

Die Expat-Community im Wandel

Die französische Expat-Community, die zu 48 % aus Männern besteht, wird immer weiblicher, wobei gleichzeitig der Anteil Jüngerer steigt. Aktuell ist die Aufteilung in Altersklassen recht gleichmäßig (nur die Senioren sind noch unterrepräsentiert).

Auf der anderen Seite diversifiziert sich das Gehaltsspektrum: Der Status Expat ist nicht mehr zwangsläufig mit materiellem Wohlstand gleichzusetzen. 25 % der französischen Expats beziehen ein Jahresgehalt von weniger als 30.000 €. Eine weitere Besonderheit ist, dass nur 40 % der Ehepartner von Expats einer Berufstätigkeit nachgehen. Daraus ergibt sich ein starker Einfluss der Frauen auf Fragen der Familiengesundheit, aber leider manchmal auch eine gewisse stärkere Isolierung dieser Partnerinnen.

Insgesamt bleiben Expats der französischen Denkweise, wie soziale Sicherheit auszusehen hat, stark verhaftet, was mit der Erwartung einer "komfortablen" Übernahme von Heilbehandlungskosten verbunden ist (kein Selbstbehalt, hohe Leistungshöchstgrenzen, Kostenerstattung auf der Basis der tatsächlichen Kosten, Übernahme der Krankenhauskosten, ohne dass der Versicherte diese vorstrecken muss, Übernahme der Zahnarztkosten, der Ausgaben für Sehhilfen und Mutterschaft ohne wenn und aber).

Schließlich legen Expats aufgrund der Entfernung allergrößten Wert auf die Qualität der Verwaltung ihrer medizinischen Kostenerstattungsanträge, vor allem anhand einer persönlichen, professionellen und wegen der Kommunikationskosten schnellen telefonischen Betreuung. Desweiteren erwarten sie überschaubare, verlässliche Bearbeitungsfristen.

Neue "Konsumtrends" auf dem Gebiet der Gesundheit

Aus den Veränderungen innerhalb der Expat-Community ergeben sich neue Anforderungen. Die zunehmende Diversifizierung der Profile führt zu einer starken Nachfrage nach individuell gestalteten Krankenversicherungen für Expats, die sowohl den beruflichen als auch privaten Bedürfnissen des Versicherten entsprechen. Versicherte Unternehmer verlangen einen modernen Versicherungsschutz mit eindeutigen Klauseln, die voneinander unabhängig sind, um sich für ihre individuelle Situation den besten Schutz zusammenstellen zu können.

Wohlhabende Expats möchten – neben der traditionellen Schulmedizin - Zugang zu "Wellness"-Behandlungen, um Krankheiten vorzubeugen und ihre Lebensqualität zu verbessern, aber auch, um den Typ Behandlung auswählen zu können, der ihnen am meisten zusagt. Vor diesem Hintergrund erfreuen sich alternative Behandlungsmethoden, Vorbeugung (wie z. B. Check-ups oder Screenings), Komfortbehandlungen (wie z. B. Laserbehandlung von Kurzsichtigkeit, Bade- oder Thalassotherapiekuren...) zunehmender Beliebtheit.

Parallel dazu nehmen stressbedingte Erkrankungen in einem besorgniserregenden Maße zu, was durch eine Expat-Situation noch zusätzlich verschärft wird. Um diese vorübergehenden oder wiederkehrenden Schwierigkeiten, die mit dem Leben im Ausland verbunden sind, meistern zu können, erwarten Expat konkrete Hilfe und Begleitung (beispielsweise durch psychologische Unterstützung).

Auf der anderen Seite möchten andere Expats mit einem anderen Persönlichkeitsprofil nur eine Mindestabsicherung für kleines Geld, die bei echten Schicksalsschlägen greift.

Datum der Veröffentlichung: Donnerstag, 10 Mai, 2012

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