Wie groß darf Handgepäck maximal sein?

Die zulässige Größe von Handgepäck hängt von der Größe den Verstauungsmöglichkeiten im Flugzeug ab. Aus diesem Grund ist sie mehr oder weniger auch überall gleich. Allerdings haben einige Fluggesellschaften ihre eigenen Regeln. Neben einem Kabinenkoffer erlauben die meisten Fluggesellschaften auch eine Handtasche, einen Kinderwagen oder Krücken. Trotzdem sollten Sie sich vorab über diese Regelungen informieren, Überschreitungen können schnell sehr teuer werden!

Standardgröße und -gewicht von Handgepäck

Die IATA (International Air Transport Association), bei der ca. 250 Luftfahrtgesellschaften Mitglied sind, hat für die maximale Größe von Handgepäck Empfehlungen herausgegeben: Die Summe der Höhe, Länge und Breite des Gepäckstücks darf 115 cm nicht überschreiten.

Kürzlich hat die IATA diese Kriterien weiter konkretisiert: Das Handgepäck darf maximal 50 cm x 40 cm x 25 cm messen, Griffe und Rollen inbegriffen. Das Maximalgewicht darf wiederum 10 kg nicht überschreiten.

Handgepäck und weiteres Bordgepäck

Neben dem Handgepäck dürfen Sie ein weiteres Gepäckstück mit in die Kabine nehmen. Als weiteres Bordgepäck gelten: Handtaschen, Notebookkoffer sowie Taschen mit der Fotoausrüstung.

Wenn die Abmessungen dieses weiteren Bordgepäcks nicht eindeutig festgelegt sind, müssen Sie davon ausgehen, dass ein zweites Handgepäckstück, wie z.B. eine große Tasche, unzulässig ist.

Das Maximalgewicht des zweiten Kabinengepäckstücks beträgt 2 kg. Jeder zahlende Passagier kann also bis zu 12 kg Gepäck mit in die Kabine nehmen.

Sonderbestimmungen der einzelnen Fluggesellschaften

Da die IATA-Empfehlungen für die Fluggesellschaften nicht bindend sind, kann jede von ihnen ihre eigenen Regeln oder Bestimmungen festlegen.

Auch wenn die meisten Airlines den IATA-Vorgaben folgen, gibt es doch einige, die ihre eigenen Kriterien festgelegt haben. Air France z. B. hat die Größe des Handgepäcks auf 55 cm x 35 cm x 25 cm deklariert. Das Gesamtgewicht dieses Handgepäcks und eines weiteren Kabinen-Gepäckstücks darf 12 kg nicht überschreiten.

Lowcost-Carrier erlauben im Allgemeinen nur 1 einziges Handgepäckstück. Jede auch noch so kleine Handtasche wird als weiteres Gepäckstück behandelt. Das Gesamtgewicht ist oft auf 7 kg reduziert.

Erkundigen Sie sich also vorher bei der Fluggesellschaft, mit der Sie reisen werden!

Flugzeugabhängige Beschränkungen

Es ist noch eine weitere Besonderheit zu beachten: Auch wenn es sich um dieselbe Fluggesellschaft handelt, kann die Größe des Handgepäcks je nach Flug unterschiedlich sein!

Diese hängt nämlich auch von der Größe des Flugzeugs ab: In kleineren Maschinen ist der Verstauraum über den Sitzen ebenfalls kleiner. Aus diesem Grund sind die Größe und das Maximalgewicht des Handgepäcks in diesen Flugzeugen begrenzt.

So können Sie bei einem Flug von Paris nach London in einem Flugzeug vom Typ Saab 340A auch nur ein kleines Gepäckstück, wie z.B. eine Handtasche, mit in die Kabine nehmen. Ihr Kabinenkoffer muss im Frachtraum reisen.

Unterschiede je nach Klasse

Die für Ihr Kabinengepäck geltenden Grenzen unterscheiden sich auch danach, ob Sie Economy oder erster Klasse reisen. Je höher Ihre Klasse ist, umso mehr können Sie mitnehmen.

Der Grund dafür ist einfach: In den Abteilen der ersten Klasse gibt es zwar dieselben Gepäckfächer, dafür aber weniger Sitze. Die maximale Größe für jedes Gepäckstück müssen Sie aber auch in der ersten Klasse einhalten, da die Größe der Gepäckfächer immer gleich ist.

Wenn Sie in der Business-Klasse reisen, dürfen Sie 18 kg Handgepäck mitnehmen.

Sonderfall Kinder unter 2 Jahren

Wenn Ihr Kind das 2. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und in seinem eigenen Sitz reist, gelten für dieses Kind ebenso die gleichen Freigepäckbestimmungen, wie für alle zahlenden Passagiere auch.

Wenn es auf Ihrem Schoß sitzt, können Sie eine kleine Tasche mit sich führen, in der sich einige Windeln und seine Nahrung befinden. Bei einigen Fluggesellschaften zahlen Sie dafür einen Zuschlag.

Bitte beachten Sie, dass Buggys zusammengeklappt maximal 15 cm x 30 cm x 100 cm messen dürfen, um mit in die Kabine genommen werden zu können, sofern dafür überhaupt ausreichend Platz vorhanden ist. Achtung: In diesem Fall gilt der Kinderwagen als Handgepäck.

Anderenfalls wird er im Frachtraum transportiert und kann als zusätzliches Gepäckstück „betrachtet“ werden.

Weitere Freigepäckstücke zusätzlich zum Handgepäck

Bestimmte Gegenstände können neben dem Handgepäck kostenlos mit in die Kabine genommen werden, wie z.B. einen Mantel oder ein Regenschirm.

Gleiches gilt manchmal auch für Autokindersitze, die während der Reise benutzt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Fluggesellschaft, ob Autokindersitze akzeptiert werden (auch hier gibt es Größenbeschränkungen).

Selbstverständlich können Sie auch Ihre Duty-Free-Einkäufe mit in die Kabine nehmen, sofern die Flüssigkeiten ordentlich verpackt sind.

Krücken, Stöcke und Urnen zählen zudem ebenfalls als Freigepäck.

Gebühren für Übergrößen/Übergewicht

Wenn Ihr Handgepäck zu groß oder zu schwer ist, muss es gegen eine Gebühr im Frachtraum transportiert werden. Die Kosten schwanken je nach Fluggesellschaft sowie nach dem Zeitpunkt der Feststellung der Größenüberschreitung des Gepäcks.

Wenn Sie bereits die Sicherheitskontrolle passiert haben, verdoppelt sich demnach diese Gebühr. Die Kosten für übergroße Gepäckstücke reichen von 30 bis 50 €.

 

Datum der Veröffentlichung: Montag, 11 April, 2016

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