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humanitären Auslandseinsatz
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Neue Kulturen entdecken, sich nützlich fühlen, eine Auslandserfahrung gewinnen, über sich selbst hinauswachsen: Gründe, warum man einen humanitären Auslandseinsatz machen möchte, gibt es in Fülle. Da zahlreiche Vereinigungen, NGOs und Stiftungen Einsätze für internationale Solidarität anbieten, ist es manchmal schwierig herauszufinden, wie und mit welcher Organisation man sich auf die Reise begibt. Solidarischer Tourismus, ehrenamtliche Tätigkeit oder Freiwilligendienst – Die Arten der angebotenen Einsätze sind sehr vielfältig und unterschiedlich. Welches Projekt haben Sie? Was sind Ihre Ziele? Wann möchten Sie den Einsatz starten? Damit Sie das passende Angebot wählen können, sollten Sie sich zuvor einige wichtige Fragen stellen.

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1. Unter 28 Jahren: Ziviler Einsatzdienst im Ausland

Nachhilfeunterricht in einem Waisenhaus in Mexiko, Unterstützung von Bildungsprojekten im Senegal, Betreuung von behinderten Personen in Kambodscha – Dies sind die Aufgaben, die den Freiwillige im zivilen Einsatzdienst anvertraut werden können. Diese Form der Freiwilligentätigkeit ermöglicht es jungen Menschen Aufgaben für das Gemeinwohl international zu erfüllen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) bietet mit dem Lerndienst weltwärts viele Projekte über zahlreiche Entsendeorganisationen an. Mehr Informationen finden Sie auf https://www.freiwilligenarbeit.de/weltwaerts.html.

Welche Voraussetzungen muss man für diese Freiwilligentätigkeit erfüllen?

Um an einem zivilen Einsatzdienst teilnehmen zu können, muss man:

  • zwischen 18 und 28 Jahre alt sein,
  • die Fachhochschulreife oder Abitur, einen Haupt- oder Realschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung haben
  • möglichst Grundkenntnisse der im Gastland gesprochenen Sprache haben

Der Einsatz dauert generell 12 Monate, in manchen Fällen zwischen 6 und 24 Monate. Die Dachorganisation ist das BMZ, Träger sind die verschiedenen Entsendeorganisationen, die auch Ansprechpartner zwischen den Freiwilligen und den Projektträgern vor Ort sind. Das BMZ übernimmt bis zu 75 % aller Kosten, die restlichen 25 Prozent werden von der Entsendeorganisation gestellt, daher ist ein Beitrag der Freiwilligen willkommen. Es wird empfohlen, einen Spenderkreis aufzubauen, der die Aktion unterstützt. Die Kosten für An- und Abreise, Seminare, Versicherungen, Betreuung, Verpflegung und Unterkunft werden von weltwärts übernommen. Ebenso erhalten die Freiwilligen ein monatliches Taschengeld von mindestens 80 Euro.

2. Engagement in Europa: Europäischer Freiwilligendienst (EFD)

Der EFD bietet Ihnen Projekte mit einer Fülle von Schwerpunkten an, von Umwelt und Klimawandel über Pädagogik und Didaktik, Flüchtlingsintegration, digitale Kompetenzen, Behinderungen u.v.m. Die meisten Einsätze finden in europäischen Ländern statt,  aber auch in Partnerländern des Programms Jugend in Aktion (Algerien, Marokko, Libanon etc.). Wer am Europäischen Freiwilligendienst teilnehme möchte, muss eine Organisation kontaktieren, die in seinem Wohnsitzland zugelassen ist. Die Liste der Organisationen kann auf der Website der  Europäischen Kommission eingesehen werden.

Welche Voraussetzungen muss man für eine EFD erfüllen?

Um am Europäischen Freiwilligendienst teilnehmen zu können, muss man:

  • zwischen 17 und 30 Jahre alt sein 
  • einen Wohnsitz in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem Partnerland von Jugend in Aktion besitzen

Die Einsätze dauern zwischen 2 und 12 Monate (2 Wochen bis 2 Monate für Minderjährige). Jeder Freiwillige wird in seinem Gastland mit Unterbringung, Verpflegung und Sozialversicherung komplett betreut und versorgt. Reisekosten werden bis zu 70 % übernommen. Er erhält ebenso ein monatliches Taschengeld, dessen Betrag je nach Einsatzland normalerweise zwischen 140 und 210 € liegt.

3. Einsatz im Team: Freiwilligendienst in einem internationalen Workcamp

In Ecuador an einem Alphabetisierungsprojekt für Frauen teilnehmen, einen Pfad für sehbehinderte Personen in einem russischen Nationalpark instand halten, bei der Elefantenpflege in einem indonesischen Reservat helfen – Die Teilnahme an einem internationalen Workcamp ist ein Weg, Solidarität, Kulturerfahrung und Teamgeist miteinander zu verbinden. Bei diesen Camps kommen Gruppen von jungen Freiwilligen zusammen, die von Animateuren betreut werden. Zahlreiche Träger wie Freiwilligenarbeit  bieten Projekte im Ausland an. Wer sprachbegeistert ist, kann sich auch bei Organisationen in einem anderen Land wie z. B. bei der französischen Organisation Cotravaux  bewerben. Nehmen Sie sich Zeit und wählen Sie Ihr Camp gut aus!

Welche Voraussetzungen muss man für einen Einsatz in einem Workcamp erfüllen?

Für die Teilnahme an einem internationalen Workcamp muss man normalerweise mindestens 16 Jahre alt sein, in manchen Fällen gibt es keine Altersgrenze. Falls Sie während der Ferienzeit teilnehmen möchten, ist diese Art von solidarischem Engagement sehr geeignet: die Einsätze dauern durchschnittlich 2 bis 3 Wochen. Allerdings ist die Teilnahme mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. Als freiwilliger Helfer erhalten Sie keine Vergütung und Sie müssen für Visum- und Transportkosten selbst aufkommen. Achtung, die Anmeldegebühren für das Workcamp schließen nicht immer die Kosten einer Reiseversicherung ein!

4. Ein längerer humanitärer Auslandseinsatz:  das Freiwillige Soziale, das Freiwillige Kulturelle oder das Freiwillige Ökologische Jahr (FSJ/FKJ/FÖJ) im Ausland

Träumen Sie davon, an alternativen Schulkonzepten in Thailand teilzunehmen, als Sozialarbeiter in Chile zu arbeiten oder Krankenhelfer in Tansania zu werden? Zahlreiche verschiedene Einsätze sind in den Bereichen der Entwicklungshilfe und humanitärer Hilfe im Rahmen von einem FSJ/FÖJ möglich. Bei einem FSJ im Ausland liegt der Schwerpunkt auf sozialen Projekten, während Sie in einem FÖJ an einem ökologischen Projekt teilnehmen, beide können weltweit stattfinden. Falls Sie teilnehmen möchten, finden Sie hier Adressen und Anlaufstellen in den verschiedenen Bundesländern.

Welche Voraussetzungen muss man für längere humanitäre Auslandseinsätze im Rahmen eines FSJ/FKJ/FÖJ erfüllen?

Alle deutschen Staatsbürger, aber auch Ausländer mit einem Aufenthaltstitel, der sie zur Erwerbstätigkeit berechtigt, können sich unter folgenden Voraussetzungen bewerben:

  • Mindestens 16 und maximal 27 Jahre alt sein
  • Neugier, Flexibilität und Teamgeist

Ein FSJ/FÖJ im Ausland dauert mindestens 6 und maximal 24 Monate. Die Kosten für Visa, Unterkunft und Verpflegung wurden früher vom Träger übernommen, die An- und Abreise müssen die freiwilligen Teilnehmer selbst bezahlen. Da staatliche Gelder gekürzt wurden, wird von den Teilnehmern erwartet, dass sie sich einen Spenderkreis aufbauen, um sich an diesen Kosten zu beteiligen. Sie erhalten jedoch ein monatliches Taschengeld und die Bezahlung der deutschen Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

5. Humanitäre Reise: Freiwilligendienst bei einer NGO

Ein Praktikum bei einer der vielen NGOs im Ausland kann zwar sehr interessant sein, aber kostspielig werden. Bei den meisten dieser Praktikumsplätze gibt es kein Taschengeld und Sie müssen auch die Kosten selbst tragen. Erkundigen Sie sich zuvor, ob und welche Leistungen von der NGO übernommen werden. Normalerweise werden weder Reise- und Visumkosten übernommen noch eine Auslandsversicherung zur Verfügung gestellt.

6. Profil mit Erfahrung: Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV) 

UNV-Freiwillige können in den Bereichen Entwicklungshilfe, humanitäre Hilfsaktionen und Friedenssicherung in 130 Ländern eingesetzt werden: Hilfe in einem von Hungersnot oder von einer Naturkatastrophe betroffenen Land, Teilnahme an Aktionen zur Infektionskontrolle, Förderung von ökosystemfreundlichen landwirtschaftlichen Praktiken  u. a. Bewerbungen für das UNV-Programm müssen online eingereicht werden.

Welche Voraussetzungen muss man für das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen erfüllen?

Um am Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen teilzunehmen, muss man:

  • mindestens einen Hochschulabschluss oder einen Meistertitel haben
  • über einige Jahre Arbeitserfahrung verfügen
  • die Werte der Vereinten Nationen teilen
  • mindestens 25 Jahre alt sein
  • gute Englisch-, Französisch- oder Spanischkenntnisse haben

Einsätze dauern normalerweise 6 bis 12 Monate und sind verlängerbar. Der Freiwillige erhält Unterstützung zum Aufbau einer Existenz am Einsatzort und für die An- und Abreisekosten (ausgezahlt zu Beginn und am Ende des Einsatzes), ein monatliches Entgelt zur Deckung der grundlegenden Lebenshaltungskosten, Reisespesen, eine Kranken-, Lebens- und Invalidenversicherung sowie Urlaub. 

Mehr Informationen zu humanitären Einsätzen:
Besuchen Sie die Website von Freiwilligenarbeit und die Website von UN Volunteers.
 

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